Die wichtigsten Erkenntnisse für Coca-Cola-Aktien im Juli 2026
- Breit angelegte Übererfüllung: Der Umsatz erreichte im Q2 13,37 Mrd. USD, ein Plus von 5,99 % im Jahresvergleich und 1,50 % über der Schätzung der Analysten von 13,17 Mrd. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) von 0,97 USD übertraf die Schätzungen um 4,05 % und stieg um 11,49 % im Jahresvergleich.
- Cashflow-Lücke: Der freie Cashflow sank auf 5,10 Mrd. USD, ein Minus von 25,81 % gegenüber der Schätzung der Analysten von 6,88 Mrd. USD. Der operative Cashflow von 5,52 Mrd. USD lag 25,42 % unter Plan, obwohl die Investitionsausgaben (Capex) auf nur 418 Mio. USD zurückgingen.
- Erhöhte Prognose: Das Management hat die Prognose für das EPS-Wachstum im Gesamtjahr 2026 auf 9-10 % angehoben, gegenüber einer früheren währungsbereinigten Prognose von 7-8 %. Zudem wird nun ein organisches Umsatzwachstum von ~5 % erwartet, was dem oberen Ende der früheren Spanne entspricht.
- WM-Effekt: Das Volumen der Marke Coca-Cola stieg im Q2 um 5 %, der stärkste Wert seit 17 Jahren.
Coca-Colas Q2-Übererfüllung war breit, aber der Cashflow erzählte eine andere Geschichte

Coca-Cola (KO) legte für das zweite Quartal 2026 Ergebnisse vor, die das Modell von Wall Street in fast jeder Position oberhalb der Cashflow-Rechnung übertrafen. Der Umsatz stieg auf 13.373 Millionen USD, ein Plus von 5,99 % im Jahresvergleich und 1,50 % über der Schätzung von 13.174,84 Millionen USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,97 USD, eine Übererfüllung von 4,05 % und ein Sprung von 11,49 % gegenüber den 0,87 USD, die Coca-Cola vor einem Jahr gemeldet hatte. Das GAAP-EPS lag mit einem Plus von 17,05 % im Jahresvergleich auf 1,03 USD und 11,67 % über den Erwartungen sogar noch höher.
Die Margen entwickelten sich mit ähnlicher Dynamik. Die EBITDA stieg um 7,81 % auf 5.024 Millionen USD, wobei die Marge um 63 Basispunkte auf 37,57 % expandierte. Das EBIT kletterte um 8,61 % auf 4.758 Millionen USD, während die operative Marge um 86 Basispunkte auf 35,58 % zulegte. Das Nettoergebnis folgte derselben Entwicklung, stieg um 10,89 % auf 4.176 Millionen USD und lag damit 4,20 % über Plan.
Diese Stärke ging entsprechend auf das Volumen zurück. Coca-Cola steigerte sein Unit-Case-Volumen im Quartal um 5 %, begünstigt durch einen leichteren Vergleich zum Vorjahreszeitraum und eine globale Kampagne im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft. CEO Henrique Braun verknüpfte die beiden Punkte direkt im Q2 2026 Earnings Call: "Die Aktivitäten rund um die FIFA-Weltmeisterschaft trugen zu einem Volumenwachstum der Marke Coca-Cola von 5 % im Quartal bei, dem stärksten Volumenwachstum seit 17 Jahren, abgesehen von der COVID-Erholung." Powerade steigerte sein globales Volumen im gleichen Zeitraum um 8 %, und das Unternehmen gewann einen Getränke-Vertrag mit Marriott zurück, den es vor 34 Jahren verloren hatte.
Die Cashflow-Rechnung brach jedoch völlig aus diesem Muster aus. Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit belief sich auf 5.522 Millionen USD, ein Minus von 25,42 % gegenüber der Schätzung von 7.404 Millionen USD, obwohl die Investitionsausgaben (Capex) von 418 Millionen USD um 25,90 % unter den von Analysten modellierten 564,08 Millionen USD lagen. Der freie Cashflow von 5.104 Millionen USD verfehlte die Schätzung von 6.879,50 Millionen USD um 25,81 %, eine Lücke, die breit genug war, um die Gewinnstärke des Quartals in dieser einen Position zu kompensieren. Das Management erhöhte dennoch die Jahresprognose.
Für das organische Umsatzwachstum wird nun ein Wert nahe dem oberen Ende der früheren Spanne von etwa 5 % erwartet, und das vergleichbare Ergebnis je Aktie (EPS) wird für das Jahr mit einem Wachstum von 9 % bis 10 % prognostiziert, begünstigt durch einen währungsbedingten Faktor zu Gunsten und einer geringeren als erwarteten Belastung durch den Verkauf von Coca-Cola Beverage Africa. Diese Kombination lässt die Coca-Cola-Aktie mit einem WM-Quartal im Rücken und einer noch ungelösten Cashflow-Frage in die zweite Jahreshälfte starten.
Diese Lücke ist auf Seiten der Analysten bereits schmal, da das durchschnittliche Kursziel von 78 auf 88 USD gestiegen ist, nachdem die steuerbedingte Prognoseerhöhung Wirkung zeigte. Damit bleibt wenig Spielraum, um ein Quartal zu absorbieren, in dem das EPS übertroffen, der freie Cashflow jedoch um 26 % verfehlt wurde.
TIKR bewertet Coca-Cola-Aktien mit 107 USD und rechnet mit stetigen Margengewinnen
Das Basisszenario-Modell von TIKR bewertet Coca-Cola-Aktien mit 107 USD bis Dezember 2030, was einer Gesamtrendite von 21 % gegenüber dem aktuellen Kurs von 88 USD oder einer annualisierten Rendite von 5 % über 4,4 Jahre entspricht.

Diese Rendite liegt unter dem, was viele Anleger von einem Konsumgüterwert in dieser Phase des Zyklus erwarten, und positioniert Coca-Cola-Aktien eher als langfristige Anlage denn als Kandidat für eine Neubewertung. Das Ziel ist erreichbar, weil die Margenexpansion von Coca-Cola im zweiten Quartal und seine Gewinnprognose von 9 % bis 10 % bereits die Gewinnkraft demonstrieren, die das Modell annimmt, selbst wenn der Cashflow mit diesem Wachstum noch Schritt halten muss.
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